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02.08.2007

IV NÖ: Konjunktureller Abwärtstrend zeichnet sich langsam ab

IV-Konjunkturumfrage für NÖ: Auftragsbestände zum zweiten Mal in Folge rückläufig – Gesamtauftragsbestände gehen weiter zurück – Niederösterreich in vielen Bereichen über Österreich-Schnitt

„Obwohl sich allmählich ein Abwärtstrend abzeichnet, befindet sich die niederösterreichische Industrie noch immer in einem Konjunkturhoch. Gleichzeitig müssen weiterhin strukturelle Schritte gesetzt  werden, um das hohe Niveau zu halten. Auf standortpolitische Pause dürfen wir das Land nicht schicken", fasst der Präsident der IV-Landesgruppe Niederösterreich, Berndorf-Generaldirektor Mag. Norbert Zimmermann, das Ergebnis der aktuellen NÖ-Konjunkturumfrage im 2. Quartal 2007 zusammen.

 

Im Vergleich zum 1. Quartal 2007 geht das Konjunkturbarometer der IV-NÖ, welches als Mittelwert aus den Beurteilungen der derzeitigen Geschäftlage und der Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monate gebildet wird, von rund 50 auf 36,4 Punkte zurück. Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass die zukünftige Geschäftslage deutlich schlechter als im Vorquartal eingeschätzt wird (Saldo 1.Qu: +10; Saldo 2. Quartal: -6) bei einer gleichzeitig niedrigeren Lagekomponente des 2. Quartals von 79 Punkten (Saldo Quartal 1: 90).

 

Fachkräftemangel bei Betrieben

Ebenfalls weniger optimistisch wird die zukünftige Ertragssituation eingeschätzt: bewerten derzeit 70 Prozent der befragten 29 Firmen mit insgesamt 11.642 Mitarbeitern die gegenwärtige Lage als „gut" beziehungsweise „steigend", so tun dies hinsichtlich der Situation in sechs Monaten nur mehr zwei Prozent. Der Großteil - nämlich 90 Prozent - sieht hier eine Stagnation voraus. „In diesem Umfeld ist auch nicht mit einer starken Zunahme der Beschäftigung zu rechnen, da bei zahlreichen Betrieben noch immer ein nicht unmittelbar zu behebender Mangel an Fachkräften besteht", interpretiert IV-NÖ-Geschäftsführerin Mag. Michaela Roither die derzeitige Situation.

 

Die heimische Industriekonjunktur ist im europäischen Vergleich bereits weit fortgeschritten. Dementsprechend geht das Niveau der Gesamtauftragsbestände in der niederösterreichischen Industrie zum zweiten Mal in Folge von +85 auf +76 zurück und liegt somit bereits 21 Punkte unter dem Rekordniveau aus dem 3. Quartal 2006. Auch die Auslandsaufträge sind rückläufig und der sich verschärfende Kostendruck kann nur partiell über  höhere Verkaufspreise weitergegeben werden. Angesichts des noch positiven derzeitigen Geschäftsganges erwarten die befragten Unternehmen auf Sicht der nächsten drei Monate aber eine weitere Expansion ihrer Produktionstätigkeit.

 

NÖ im Österreich-Vergleich

Sowohl derzeitige Geschäftlage und Auftragsbestand, als auch die Produktionstätigkeit wurden im größten österreichischen Bundesland besser beurteilt als im Bundes-Schnitt. Besonders im Hinblick auf den Beschäftigungsstand der nächsten drei Monate ist der Unterschied von 27 Punkten herausragend (NÖ: 38; Ö: 11).

 

 

Zur Befragungsmethode  

An der jüngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung beteiligten sich 29 Unternehmen der niederösterreichischen Industrie, mit mehr als 11.600 Beschäftigten. Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt - ähnlich wie bei dem bekannten deutschen IFO-Konjunkturklimaindex - folgende Methode zur Anwendung: Den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible „Saldo" aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.

 


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