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02.12.2011

Abgehobene Effizienz-Vorgaben können nicht im Sinne des Standorts sein

Ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit stand die diesjährige Ordentliche Vollversammlung, "denn Nachhaltigkeit ist in der Industrie viel mehr als ein trendiges Schlagwort, gesellschaftliche, wirtschaftliche und naturbezogene Verantwortlichkeit wird seitens der Industrie in vielen Bereichen gelebt", resümiert IV-NÖ-Präsident Marihart.

Weite Teile der Industrie sind „technologische Vorreiter". Abwärme wird genutzt, Reststoffe werden recycelt, Energie sparsam eingesetzt. Die Industrie sieht das Thema „Energieeffizienz" als die wichtigste Säule eines nachhaltigen Energiemanagements an - und das durchaus im Eigeninteresse, betrachtet man die über die letzten Jahre stark steigenden Kosten für primäre Energieträger sowie Elektrizität.

 

Dass die Industrie auch Ihre Verantwortung gegenüber der Ökologie wahrnimmt, demonstrieren die aktuellen Zahlen: so investiert Niederösterreichs Industrie jährlich rund 200 Millionen Euro in den Umweltschutz.

Nicht zu vergessen die zahlreichen anderen Dimensionen, in denen die Industrie Verantwortung übernimmt: als Arbeitgeber, als Motor der Export- und Wirtschaftsleistung, als Steuerzahler und Financier öffentlicher Budgets ebenso wie als Praxis-Partner der Wissenschaft in vielen Bereichen.

 

Wenn die Industrie ihre diesjährige Vollversammlung unter das Motto „Nachhaltigkeit" gestellt hat, so aus gutem Grund: man kann schließlich immer noch mehr tun! Daher wollen wir - als verantwortlich agierende Kraft im Land - zweierlei tun: einerseits bestehende Projekte vor den Vorhang holen, andererseits bereits eingeschlagene Initiativen weiter verfolgen. Zum ersten bietet der TRIGOS Niederösterreich - Preis für vielschichtig gelebte Verantwortung eine öffentliche Plattform. Ich darf Sie bereits jetzt bitten, Ihre Projekte sowie gesamthaften Bestrebungen im Zeichen der Nachhaltigkeit für eine Einreichung (beginnend ab Jänner 2012) aufzubereiten. Nur so können wir gemeinsam am Image der Industrie arbeiten.

 

Zum zweiten sei auf die „Energieinitiative für die NÖ Industrie" verwiesen. Hier wurde klar ersichtlich, dass unsere Unternehmen schon zahlreiche Effizienzmaßnahmen gesetzt haben und laufend setzen. Förderprogramme und zusätzliche Anreize könnten hier helfen, weitere Effizienzpotenziale zu heben. Eines muss dabei aber klar sein: Einseitige Belastungen ebenso wie die einseitige Vorschreibung rigider Einsparziele sind tunlichst zu vermeiden. Denn solche Maßnahmen ohne Rücksicht auf Ausrichtung und Tragfähigkeit der Industrie  können nur auf Kosten des Wohlstands, auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts und damit auf Kosten des Landes gehen. Realistische Ziele sind wesentlich für deren Erreichung.


Fotos
IV-NÖ Präsident Johann Marihart bei seiner Rede anlässlich der Ordentlichen Vollversammlung.
IV-NÖ Präsident Johann Marihart bei seiner Rede anlässlich der Ordentlichen Vollversammlung.