Blau-gelbe Industrie im Zeichen der Nachhaltigkeit
Nachhaltiges Wachstum und der Fachkräftemangel waren die tragenden Themen bei der ordentlichen Vollversammlung der Industriellenvereinigung Niederösterreich in Krems„Auch wenn der Rettungsschirm steht, ist die Krise noch nicht abgewendet", begann Johann Marihart, Präsident der niederösterreichischen Industriellenvereinigung (IV-NÖ) seine Rede bei der Ordentlichen Vollversammlung der IV-NÖ am 8. November in der Kremser Donauuniversität.
„Europa muss Eigenverantwortung tragen", so Marihart weiter und forderte, Reformen, insbesondere im Bildungsbereich, nicht auf die lange Bank zu schieben. Nur so könne nämlich sein Ziel, dass Niederösterreich das Bundesland mit dem höchsten Wachstum wird, erreicht werden. Und die Industrie spiele dabei eine wichtige Rolle, schließlich sei sie ein Garant für stabile Beschäftigungsverhältnisse und ein Wachstumsmotor.
IV plädiert für Reformen im Bildungswesen
Für Reformen im Bildungsbereich plädierte auch Christoph Neumayer, der Generalsekretär der Industriellenvereinigung. „Der Zugang zu jungen Menschen wird für Unternehmen zunehmend schwieriger", so Neumayer. Und zwar nicht zuletzt deshalb, weil sich der Fachkräftemangel ausweite: „Wir laufen Gefahr, dass der Fachkräftepool in Österreich austrocknet."
Deswegen habe die Industriellenvereinigung die „Fachkräftestrategie 2020" aufgesetzt. Die Hauptpunkte dieser Strategie: Das Interesse für Naturwissenschaft und Technik, also die sogenannten „MINT-Fächer", wecken, Berufsorientierungs-Coaching für Schüler sowie eine Reform des neunten Schuljahres.
Barbara Schwarz, Landesrätin für Arbeit, Familie und Soziales, plädierte in ihrer Rede zudem für eine Aufwertung des Lehrberufs: „Der Lehrberuf ist ein wertvoller Beruf - gemeinsam mit der Industrie müssen wir am Niveau unserer Lehrlinge arbeiten", so die Landesrätin.
Neben Bildungsfragen lag der Schwerpunkt der IV-NÖ Vollversammlung auf einem für die Industrie ganz wesentlichen Thema, der Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit ist für uns längst mehr als ein Modewort", so IV-Präsident Marihart. Gerade in der Industrie gebe es Vorzeigeprojekte, die zeigen, dass Wirtschaft und Verantwortung für Umwelt und Menschen keine Gegensätze sind. Um ein Zeichen zu setzen, unterstützt die Industrie auch heuer wieder den „Trigos Niederösterreich", den Preis für nachhaltiges Wirtschaften.
EU setzt hohe Ziele für nachhaltiges Wirtschaften
Franz Fischler, Präsident des Ökosozialen Forums und ehemaliger EU-Landwirtschaftskommissar, referierte über das Thema Nachhaltigkeit aus der europäischen Perspektive. „Eigentlich hätte es Vorhaltigkeit heißen sollen," sagt Fischler und meint damit die Ausrichtung nachhaltiger Aktivitäten auf die Zukunft.Auch auf EU-Ebene spiele dieses Thema eine wichtige Rolle. Schließlich habe auch die EU unter dem Motto „Europa 2020" eine Strategie für nachhaltiges Wirtschaften verfasst. Wichtiger Bestandteil dieses Konzepts ist der Energieverbrauch. „Wir sind nicht nur weit weg von den CO2-Reduktionszusagen des Kyoto-Protokolls, wir haben derzeit überhaupt keinen rückläufigen Saldo", kritisiert Fischler den Energieverbrauch in Österreich, der im Bereich der Mobilität ganz besonders hoch ausfällt.
Außerdem sei der Anteil an erneuerbarer Energie in Österreich noch zu gering. Laut EU soll der österreichische Energieverbrauch bis 2020 zu 34 Prozent durch erneuerbare Energie gedeckt werden. Derzeit liegt dieser Anteil bei etwa 26 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, seien laut Fischler vor allem zwei Kandidaten gefragt: „Die Landwirtschaft und die Regionalpolitik."
Karriere mit Industrie-Lehre
Im Anschluss an Fischlers Vortrag fand noch die feierliche Übergabe des Industrietechniker-Diploms statt. Der 26-jährige Christopher Schneeberger von KBA Mödling ist damit einer der ersten Absolventen des Industrietechniker - Lehrgangs.
BU:
Hoher Besuch aus Wirtschaft und Politik auf der Donauuni: vlnr.: Raiffeisenlandesbank-Direktor Erwin Hameseder, IV NÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither, Donauuni-Direktor Jürgen Willer, Präsident des Ökosozialen Forums Franz Fischler, Landesrätin Barbara Schwarz, Nationalratsabgeordneter
Günther Stummvoll und IV NÖ-Präsident Johann Marihart.





