Metaller-Abschluss Bürde für Unternehmen
Bis in die frühen Morgenstunden hatten die Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaft verhandelt. Schlussendlich konnten sie - überraschend schnell - ein Ergebnis präsentieren, stellt IV-NÖ-Präsident Marihart in seinem aktullen Leitartikel fest.Für die rund 173.000 Beschäftigten der Metallindustrie wird es im kommenden Jahr durchschnittlich 4,2 Prozent Lohnerhöhung geben, der höchste Abschluss seit Jahren.
Überrascht hat dabei die wenig konstruktive Reaktion der Gewerkschaft bei Verhandlungsstart: bereits nach der zweiten Runde wurden die Verhandlungen abgebrochen, um mit Warnstreiks den eigenen Forderungen entsprechenden Nachdruck zu verleihen. Angesichts weiterer Streikdrohungen wurden damit von Beginn an versucht, die Industrie entsprechend unter Druck zu setzen.
Grundsätzlich bringt die Industrie Verständnis dafür auf, dass niedrigere Löhne höher angehoben werden sollen. Die Niederösterreichische Industrie hätte sich aber insbesondere einen stärkeren Fokus auf EBIT-abhängige Einmalzahlungen gewünscht. Denn die teilweise dramatischen Auswirkungen der Banken und Finanzkrise auf die öffentlichen Haushalte der Euroländer Griechenland, Italien, Schweiz, Spanien und Portugal - in Verbindung mit strukturellen Problemen dieser Volkswirtschaften - haben die Wachstumsaussichten zu Jahresausgang deutlich gedämpft.
Nach Meinung der Wirtschaftsforscher wird die Weltwirtschaft 2012 deutlich langsamer expandieren als bisher erwartet, für Österreich werden Wachstumsraten zwischen 0,8 und 1,3 Prozent erwartet, Deutschland musste im letzten Quartal des laufenden Jahres sogar ein Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichnen. Nach einer kurzen Erholungsphase, wesentlich getragen durch die heimische Industrie, hat sich das konjunkturelle Bild damit stark eingetrübt. Fazit: es bleibt keine Zeit zur Ruhe - die Industrie stellt sich auch weiterhin auf turbulente Zeiten ein.
Gerade unter diesen Vorzeichen können die Betriebe nur dann erfolgreich agieren, wenn Sie an ihrem Standort die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden. Mit dem deutlich über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegenden Abschluss sind die Personalkosten für die Unternehmen nachhaltig erhöht werden. Es steht damit zu befürchten, dass gerade in turbulenten Zeiten der Effizienzdruck in den Unternehmen weiter zunehmen wird.


