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06.10.2011

Wachstumsbremse Fachkräftemangel

Die aktuelle market-Studie im Auftrag der WKÖ zur Fachkräftesituation in Österreich bestätigt es einmal mehr: sieben von zehn Arbeitgebern haben Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. Dies stellt IV-NÖ-Präsident Marihart in seinem aktuellen Leitartikel fest.

Mit zunehmender Größe der Betriebe nimmt die Problematik dabei tendenziell zu: ab 20 Mitarbeitern gibt bereits jedes zweite Unternehmen an, bei der Stellenbesetzung mit Hürden zu kämpfen.

 

Die NÖ Industriebetriebe bilden hier keine Ausnahme, im Gegenteil: trotz der  aktuell guten Situation- betreffend Geschäftslage, drückt der vorhandene Fachkräftemangel das industrielle Gemüt: Waren es 2009 noch 42 Prozent der Industrieunternehmen, die über einen Mangel an Fachpersonal klagten, geben heute 72 Prozent  der Unternehmen an, Ihren Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern am Arbeitsmarkt nicht decken zu können.

 

Besonders gefragt sind aktuell Fräser, Dreher und Schweißer. Generell sind aber auch Techniker und Ingenieure Mangelware. Fakt ist dabei: Die Folgen des Fachkräftemangels manifestieren sich bereits heute: Wachstum, das auf der Straße liegen bleibt, die Gefahr der Abwanderung- bzw. Auslagerung von kritischer Produktion, der drohende Verlust von Arbeitsplätzen sowie ganz generell Produktivitäts- Einbußen der heimischen Volkswirtschaft.

 

Auch: die Arbeitsmarktöffnung für „neue" EU-Staaten kann das Problem nur sehr eingeschränkt lösen. Ein Großteil der qualifizierten Arbeitskräfte befindet sich bereits heute im Westen, den erwarteten Ansturm aus den neuen EU-Ländern wird es daher nicht geben, so die Experten.

 

Daher kann nur eine Attraktivierung von technischen und naturwissenschaftlichen Angeboten - bereits während der Schulzeit - zu einer graduellen Linderung der Problematik beitragen. Dabei geht es einerseits um eine Verbesserung des bestehenden Angebots, ganz wesentlich aber auch um die Verbesserung des Images der besonders gefragten Berufe.

 

Denn solange die mit den Berufen Dreher, Schweißer und Fräser verbundenen Assoziationen am ehesten mit den Adjektiven „schmutzig", „laut", und „wenig Aufstiegschancen" definiert sind - wird ein Umdenken auf Seiten der Auszubildenden nicht stattfinden. Gerade hier bedarf es eines gemeinsamen Ansatzes von Industrie, Arbeitsmarktservice und Schulwesen um Chancen und Möglichkeiten dieser Berufsfelder zu vermitteln. Der Bildungsdialog der IV-NÖ ist in diesem Zusammenhang als regionaler Impuls zu sehen.


Fotos
DI Johann Marihart, Präsident IV NÖ
DI Johann Marihart, Präsident IV NÖ


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