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12.09.2011

Das Image hinkt der Realität hinterher

"Die Lehre in der Industrie ist noch immer mit Vorurteilen behaftet, es heißt es sei zu schmutzig, zu laut und biete zu wenig Möglichkeiten", stellt IV-NÖ-Präsident Marihart in seinem aktuellen Leitartikel fest.

Dabei könnte man in vielen Industriebetrieben Niederösterreichs vom Boden essen. Und Fachkräfte, gerade aus dem eigenen Ausbildungsweg sind aktuell sehr gefragt.

 

Was für die Lehre in der Industrie im Speziellen gilt, spiegelt auch das Bild der Industrie im Allgemeinen treffend wider: schmutzig, laute Maschinen, rauchende Schlote - Bilder die sich seit der Jahrhundertwende kaum verändert haben. Ähnlich wie bei Infrastrukturprojekten - sei es im Kraftwerks- und Netzbereich, im Straßenbau oder auf der Schiene gilt ganz allgemein: gut, dass es sie gibt, nur bitte nicht in meinem Schanigarten.

 

Die Entwicklung, die gerade die Industrie unter Wettbewerbsdruck und Regulationsanforderungen auf die Straße gebracht hat, findet dabei nur bedingt Beachtung. Die teilweise bereits klinischen Bedingungen, unter denen heute vielerorts produziert wird, finden kaum Beachtung. Dabei ist in kaum in einem Sektor so viel passiert, wie eben in der Industrie:

Gemeinsam mit der Energiewirtschaft agieren weite Teile der Industrie bereits heute als „technologischer Vorreiter". Abwärme wird genutzt, Reststoffe werden recycelt, Energie sparsam eingesetzt. Gerade die Industrie sieht das Thema „Energieeffizienz" als die wichtigste Säule eines nachhaltigen Energiemanagements an. Dass die Industrie auch Ihre Verantwortung gegenüber der Ökologie wahrnimmt, demonstrieren die aktuellen Zahlen: so investiert Niederösterreichs Industrie jährlich rund 200 Millionen Euro in den Umweltschutz. Dieser Wert ist doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Investitionen in den übrigen österreichischen Bundesländern.

 

Nicht zu vergessen, die vielen anderen Dimensionen, in denen die Industrie Verantwortung übernimmt: als Ausbildner technischer Fachkräfte, als Arbeitgeber für tausende Menschen, als Motor der Österreichischen Export- und Wirtschaftsleistung, als Steuerzahler und Financier öffentlicher Budgets ebenso wie als Praxis-Partner der Wissenschaft in vielen Bereichen. Wissenschaft ohne Industrie - Selbstzweck. Finanzwesen ohne industrielle Basis: die aktuellen Unruhen in England zeigen, welche Spannungen entstehen können.

 

Die rauchenden Schlote symbolisch für eine der stärksten und konstruktivsten Kräfte im Land zu nehmen, greift daher einfach zu kurz. Im Sinne gelebter Eigenverantwortung gilt es daher, konsequent am eigenen Image zu arbeiten: Frei nach einer Adaptierung des Sprichwortes: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es - zu tue Gutes und sprich darüber.


Fotos
DI Johann Marihart, IV NÖ-Präsident
DI Johann Marihart, IV NÖ-Präsident


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