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28.04.2011

Industrie blickt verhalten positiv in die Zukunft

Der Aufschwung in der NÖ Industrie setzt sich weiter fort – die Unternehmen bleiben aber vorsichtig. Aktuelle internationale Entwicklungen – insbesondere die nukleare Krise in Japan sowie die instabile Lage in Nordafrika und Teilen des arabischen Raums – könnten sich rasch auf die aktuelle Geschäftslage auswirken.

Der Aufschwung der Niederösterreichischen Industrie schreitet rascher voran als noch vor zwölf Monaten erhofft werden durfte. Bei der jüngsten von der Industriellenvereinigung Niederösterreich durchgeführten Konjunkturumfrage - an der insgesamt 28 Unternehmen mit 22.601 Mitarbeitern teilnahmen - haben sich beinahe alle Ist-Indikatoren verbessert. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Exportaufträge: der Saldo der Positiv- und Negativmeldungen verbesserte sich von +46 auf inzwischen + 76 Prozent. Nur 7 Prozent der Unternehmen konstatieren eine Verschlechterung ihrer Auslandsaufträge zum Vorquartal.

Deutlich Steigerungen zeigten sich auch bei den Indikatoren Auftragsbestand und Geschäftslage: Beim Auftragsbestand stieg der Saldo im Vergleich zum Vorquartal von 44 auf 62 Prozent, bei der allgemeinen Geschäftslage konnte ein Anstieg von 46 auf 59 Prozent verzeichnet werden. Nur 12 Prozent der niederösterreichischen Unternehmen sehen sich derzeit mit einer fallenden Geschäftslage konfrontiert.

 

Verhalten positive Erwartungen für die kommenden 6 Monate

Einziger Wermutstropfen in Niederösterreich bleibt die Entwicklung des Mitarbeiterstands - die eine nach wie vor bestehende Vorsicht der Unternehmen widerspiegelt: Lediglich 7 Prozent der Unternehmen planen, den Beschäftigungsstand in den kommenden 3 Monaten zu erhöhen. Ein Großteil der Unternehmen geht von einem stabilen Beschäftigungsniveau aus (75%), während rund 18% der Unternehmen eine Reduktion der Beschäftigten über die nächsten 3 Monate nicht ausschließen können. „Noch zeichnet sich der Aufschwung der Niederösterreichischen Industrie nur verhalten am Arbeitsmarkt ab", so Michaela Roither, Geschäftsführerin der IV-NÖ. „Die Unsicherheit bezogen auf Entwicklungen auf den internationalen Märkten ist nach wie vor groß".

Eine Feststellung, die sich in den Zukunftsindikatoren Geschäftslage und Ertragssituation in 6 Monaten widerspiegelt: während 60 Prozent der Unternehmen die derzeitige Ertragslage für gut befinden, gehen lediglich 8 Prozent der Unternehmen davon aus, in sechs Monaten zu einer ähnlich positiven Einschätzung zu kommen. Das Gros der Unternehmen rechnet für das kommende halbe Jahr mit einer Stagnation der Ergebnisse.

 

Unsicherheitsfaktor Internationale Krisen

Den wichtigsten Gefahrenbereich für die niederösterreichische Industriekonjunktur identifiziert die IV NÖ-Geschäftsführerin in den aktuellen internationalen Entwicklungen. Der Stichtag für die Konjunkturumfrage fiel auf den 10. März und damit wenige Tage vor den Ausbruch der nuklearen Krise in Japan. Die betroffenen Branchen sind im Wesentlichen die Automobilindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau, die Bereiche Kunststoff und Elektronik sowie Papier und Textil. Die konjunkturellen Störfaktoren haben im ersten Quartal jedenfalls deutlich zugenommen: „Angefangen von den Preissteigerungen bei Rohöl im Zuge tatsächlicher oder drohender Produktionsausfälle in Nordafrika und im arabischen Raum, der Erdbebenkatastrophe in Japan und Ihren Folgen, der Aufwertung der Gemeinschaftswährung sowie dem Wiedereintritt in eine Phase geldpolitischer Straffung nimmt der Gegenwind im internationalen Umfeld zu", so IV-Chefökonom Christian Helmenstein.

 

Bundespolitischer Stillstand als Gefahr

Als wichtigste Maßnahme, um die labile Situation in einen stabilen Aufschwung zu verwandeln, nennt die IV-Niederösterreich die rasche Umsetzung dringend erforderlicher Reformen. Der aktuelle politische Stillstand sollte daher so rasch als möglich in eine offensive Reformpolitik verwandelt werden - da ansonsten die Gefahr besteht, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich in den nächsten Jahren verschlechtern wird.

„Gerade in dieser sensiblen Phase des möglichen Wiederaufschwungs braucht die Industrie die besten Rahmenbedingungen um Wettbewerbsfähigkeit und tausende Jobs aufrecht zu erhalten.", so Michaela Roither. "Immer neue Forderungen nach zusätzlichen Belastungen für die Unternehmen schaden dem Standort gerade jetzt mehr denn je".


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