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[ 10.06.2010 ]
JI-Podiumsdiskussion: „Werteorientiertes Handeln in erfolgreichen Unternehmen“Von Managerboni über die Ausbildung junger Führungskräfte bis zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. Die Junge Industrie NÖ diskutierte im Stift Göttweig bei Krems mit Vertretern aus Wirtschaft, Industrie und Kirche über werteorientiertes Handeln in Unternehmen und ökonomische Verantwortung. Abt Columban Luser, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien Generaldirektor Erwin Hameseder, Mondi-Chef Peter Oswald und Rupert Fertinger-Geschäftsführer Veit Schmid-Schmidsfelden stellten sich den Fragen.Hat die Wirtschaftskrise ein ethisches Umdenken gebracht? Nicht unbedingt, lautete die Antwort der Diskussionsteilnehmer. Wenn die Krise einen Sinn gehabt hat, dann jenen, dass Werte wieder neu geordnet werden. Respekt, Fairness, Zuverlässigkeit und Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern, Kunden und Finanzpartnern müssten weiterhin an vorderster Stelle stehen. Einig waren sich die Unternehmensvertreter, dass die frühzeitige Kommunikation - gerade von schlechten Nachrichten - Vertrauen geschaffen hätte.
Kaufmännische Vorsicht Der Zugang zu Werten habe sich grundsätzlich nicht sehr geändert: „Gier ist nicht neu. Neu ist, dass Gier in der Öffentlichkeit hoffähig geworden ist", erklärte Oswald. Ähnlich sah dies auch Hameseder: „Viele Banken haben in der Vergangenheit die kaufmännische Vorsicht vergessen. Bei der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien war das nie der Fall, da wir die Bank immer nach den Regeln des Unternehmensgesetzbuches gesteuert haben" Die Banken, insbesondere reine Investmentbanken, seien für den Ausbruch der Wirtschaftskrise zwar mitverantwortlich, tragen aber nicht die alleinige Schuld, stellte Hameseder klar. Schließlich hätten nicht nur die Finanzinstitute nach immer höheren und teilweise unrealistischen Gewinnen gestrebt. Als „moralisch verwerflich" bezeichnete er die Spekulation gegen Staaten und Währungen. Sie ist daher bei Raiffeisen untersagt. „Ein Mensch, der der Gier verhaftet ist, kann nicht frei sein", erklärte Abt Columban. Es sei daher besorgniserregend, wenn der Lebensunterhalt zum Lebensinhalt gemacht werde.
Fokus auf unternehmerisches Kerngeschäft Was hilft uns, aus der Krise wieder herauszukommen? „Die Freude an der Leistungserbringung hat uns in den vergangenen Monaten sehr geholfen", beschrieb Schmid-Schmidsfelden einen wichtigen Unternehmenswert. Gerade junge Führungskräfte müssten ihren Fokus wieder „stärker auf das betriebliche Kerngeschäft" legen: Wo sind Wachstumspotentiale für Unternehmen, wie erkenne ich diese richtig? Zudem sei Mut nötig, auch schlechte Ergebnisse in Kauf zu nehmen, um mögliche Chancen ergreifen zu können. Was benötigen junge Führungskräfte? Abt Columban: „Eine starke Verankerung und ein gut gebildetes Gewissen sind Voraussetzung, um seinen Mitmenschen Werte vermitteln zu können."
Balanciertes Denken Wie wird es weiter gehen? Das wirtschaftliche Niveau der nächsten Jahre wird anders sein als der Zustand vor 2008. Einig war sich das Podium daher, dass „balanciertes Denken" nötig sei. „Das Schuldenproblem kann nicht durch noch mehr Schulden gelöst werden. Eine Gesellschaft, die bereits im Überkonsum lebt, zu immer stärkerem Konsum anzuregen, kann kein nachhaltiges Konzept sein", so Oswald. „Wir müssen uns damit abfinden, dass nicht jedes Jahr neue Rekorde bringen kann. Erst dann kommen wir nachhaltigem Handeln näher", ergänzte Hameseder. Kurzfristige Gewinnmaximierung könne nicht das vorrangige Ziel der Unternehmen sein: „Wichtig ist daher, die Kraft der Unternehmen langfristig zu stärken", erklärte Schmid-Schmidsfelden.
Um die Krise zu bewältigen, sollte diese auch als Chance gesehen werden. „Es wäre schade, wenn wir bei den Symptomen stecken blieben und nicht die Ursachen angehen", betonte Abt Columban. Die Wirtschaftskrise habe deutlich gezeigt, dass wir alle in einem Boot sitzen und globale Verantwortung tragen.
Junge Industrie Niederösterreich: Die Junge Industrie Niederösterreich ist, als Jugendsektion der Industriellenvereinigung Niederösterreich, die Interessenvertretung und Netzwerkeinrichtung der Jungunternehmer und jungen Führungskräfte der Industrie in Niederösterreich. |
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