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[ 17.03.2010 ]
Junge Industrie bei W. Hamburger GmbH zu GastHerausforderungen an die Papierindustrie, aktuelle Standortfragen sowie unternehmerische Erfolgsfaktoren für junge Führungskräfte standen beim Treffen der Jungen Industrie NÖ mit Cord Prinzhorn auf der Tagesordnung.„Junge Industrie trifft traditionsreiche Industrie". Seit 1853 produziert die W. Hamburger GmbH hochwertige Wellpappenrohpapiere am Standort Pitten im südlichen Niederösterreich und zählt heute zu einer der modernsten Papierfabriken Europas. Das Familienunternehmen wird mittlerweile in der fünften Generation geführt. Bei einer Werksbesichtigung der Jungen Industrie Niederösterreich und Wien standen die Themen Unternehmensstrategie, Herausforderungen in der Papierindustrie sowie persönliche Erfolgskonzepte in der Wirtschaft im Fokus. Über diese und weitere Fragen diskutierten zahlreiche JI-Mitglieder mit dem Prokuristen der Prinzhorn Holding AG, Cord Prinzhorn. Die Holding beschäftigt europaweit 4.000 Mitarbeiter.
Industriefeindliche Stimmung schadet Region Bei der Präsentation der europäischen Papierfabriken der Prinzhorn Holding wurde die Bedeutung der Standortattraktivität im harten internationalen Wettbewerb klar sichtbar. Rohstoff- und Energiekosten als kostenintensivste Bereiche im Konzern (deutlich vor Finanzierung und Personal) stellen zentrale Standort-Faktoren dar. W. Hamburger beschäftigt im Werk in Pitten rund 260 Personen und zählt damit zu den bedeutendsten Leitbetrieben der Region. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, plant das Unternehmen den Bau einer Ersatzbrennstoffanlage, wie es bei mitteleuropäischen Papierfabriken bereits Standard ist. Das Investitionsvolumen beträgt 35 Millionen Euro. Dabei muss das Unternehmen mit einer industriefeindlichen Stimmung in der Umgebung sowie mit hohem bürokratischen Aufwand zurecht kommen, die wichtige und zukunftsichernde Investitionen in den Standort Pitten erschweren und damit ökonomischen Erfolg gefährden. Dass es auch anders geht, zeigte Prinzhorn anhand der Entstehung eines neuen Werks im ostdeutschen Spremberg, das 2009 nach weniger als neun Jahren Planungs- und Bauzeit eröffnet wurde.
Wirtschaftlicher Erfolg: Erfahrung und Know-how gefragt Als wichtigen Erfolgsfaktor im Unternehmen identifizierte Prinzhorn das Zusammenwirken von langjähriger Erfahrung der beteiligten Personen im Betrieb und einer langfristigen strategischen Aufstellung. Die Strategie müsse allerdings ständig hinterfragt werden. Dadurch habe man in diesem Bereich viel dazugelernt und gleichzeitig Know-how angesammelt. Oberstes Gebot bei unternehmenspolitischen Entscheidungen sei die Objektivität. So müsse man sich Realitäten stellen und daraus die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Als wichtige persönliche Attribute bezeichnete Prinzhorn Bescheidenheit, respektvollen Umgang mit Mitarbeitern und die Bereitschaft, Herausforderungen anzugehen. Damit verbunden sei der Mut zur richtigen Selbsteinschätzung. Fach- und Methodenkompetenz könne erlernt werden, die soziale Kompetenz sei allerdings nur sehr schwierig zu verbessern, so Prinzhorn. Spannendes Thema war zudem die Frage der Managemententwicklung. Dabei standen die Bereiche Zeiteffizienz und Veränderung des Managementstils im Mittelpunkt. Networking und gegenseitiges Helfen habe für junge Führungskräfte an Bedeutung zugenommen, weshalb die Aktivitäten der Jungen Industrie sehr sinnvoll seien, so Prinzhorn.
Den Abschluss eines gelungenen JI-Treffens bildete die Führung durch eine der modernsten Papierfabriken in Europa.
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