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[ 26.01.2010 ]

2010: Herausforderungen meistern

Die Positionierung Niederösterreichs als moderner forschungsintensiver Industriestandort wird auf der IV-Agenda weiter ganz oben stehen, meint IV-NÖ-Präsident Marihart in seinem aktuellen Leitartikel.

Die Umsatz- und Ergebnislage vieler Industriebetriebe hat sich bis Jahresende - auf sehr niedrigem Niveau - entspannt. Von der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen wird 2009 rückblickend als das wirtschaftlich schwierigste Jahr der jüngeren Vergangenheit bezeichnet. Rückgängige Auftragslage, steigender Kostendruck oder Personalanpassungen: Auch die niederösterreichische Industrie war und ist mit massiven Herausforderungen konfrontiert. Vor diesem Hintergrund sollten die leicht optimistischen Konjunkturprognosen der vergangnen Wochen für die ökonomische Zukunft mit Vorsicht betrachtet werden. So soll Niederösterreichs Wirtschaft 2010 wieder wachsen, WIFO und IHS prognostizieren Wachstumsraten zwischen 1,3 und 1,5 Prozent.

 

Ein selbsttragender Konjunkturaufschwung gilt aus heutiger Sicht aber als eher unwahrscheinlich. Steigende Rohstoffpreise, ein schwacher Dollar oder das Auslaufen der Einmaleffekte der Konjunkturpakete stellen Risiken für den zaghaften Aufschwung dar. Ebenfalls schwierig erweist sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt. So verflachte der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Niederösterreich bis Jahresende zwar weiter ab, mit einer Erholung des Arbeitsmarktes ist erst 2012 zu rechnen. Dazu kommt eine wachsende Schuldenquote, die im Jahr 2013 knapp 83 Prozent des BIP betragen wird und den budgetären Gestaltungsspielraum einengt. Auf Bundes- aber auch auf regionaler Ebene wird das Thema Budgetkonsolidierung daher eine wichtige Rolle spielen. Die IV hat dazu bereits Stellung bezogen und sinnvolle Vorschläge erarbeitet. Um dem Wirtschaftsstandort nicht zu schaden, wird die Budgetkonsolidierung vordergründig ausgabenseitig und über Wachstumsmaßnahmen erfolgen müssen.

 

Auf regionaler Ebene wird die Positionierung Niederösterreichs als moderner forschungsintensiver Industriestandort weiter auf der IV-Agenda ganz oben stehen. Dabei soll das 2009 gestartete Industriepolitische Strategieprogramm für Niederösterreich weiter umgesetzt werden, um praxisorientierte Maßnahmen und Initiativen in den Zukunftsbereichen Forschung, Bildung, Industrielle Rahmenbedingungen und Infrastruktur im Sinne der Unternehmen voranzutreiben. Wirtschaftswachstum entsteht nur durch den Erfolg der Betriebe - für diesen benötigen wir die bestmöglichen Rahmenbedingungen, die auch 2010 in gemeinsamer Zusammenarbeit zwischen Land, IV und WK weiter verbessert werden sollen.



DI Johann Marihart, IV NÖ-Präsident
DI Johann Marihart, IV NÖ-Präsident




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