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[ 27.04.2009 ]

NÖ Industriekonjunktur: Stabilisierung der Lage auf niedrigstem Niveau in Sicht

IV NÖ Präsident Marihart: Lage ist weiterhin ernst, Hauch von Normalität könnte absehbar sein – Erwartungsindikatoren könnten eine Stabilisierung auf niedrigstem Niveau andeuten – Herausforderung für Arbeitsmarkt

„Der Konjunkturpfeil der niederösterreichischen Industrie zeigt weiterhin deutlich nach unten. So befinden sich sämtliche Befragungswerte im tief negativen Bereich. Dennoch könnte ein Ende des freien Falls der Konjunktur noch 2009 in Sicht sein, da einzelne erwartungsbezogene Indikatoren auf eine Stabilisierung der Lage auf niedrigstem Niveau hindeuten. Die Lage ist weiterhin sehr ernst, trotzdem könnte ein Hauch von Normalität absehbar sein", analysiert der Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich,

DI Johann Marihart, die aktuelle IV-Konjunkturerhebung der niederösterreichischen Industrie für das 1. Quartal 2009. Mit einem Ende des konjunkturellen Rückgangs sei frühestens ab dem vierten Quartal dieses Jahres zu rechnen. Damit zeichnet sich erstmals seit Ausbruch der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise eine erste Bodenbildung ab. Allerdings seien gerade die exportorientierten Industriebetriebe, die für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich und damit für die Beschäftigung im Bundesland  von immenser Bedeutung seien, von den global schwierigen Bedingungen besonders erfasst worden, betont Marihart.

 

Beispielloser Absturz

Erste leicht positive Tendenzen weisen die Angaben der befragten Unternehmen über die Erwartungshaltung der Geschäftslage in sechs Monaten aus. So habe sich die Einschätzung hinsichtlich der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten im Vergleich zum 4. Quartal 2008 ein wenig verbessert. Der Saldo aus Positiv- und Negativmeldungen stieg  leicht von - 48 auf - 31 Prozent an und befindet sich dennoch weiterhin im tiefroten Bereich. Ebenfalls weniger negativ als noch im Vorquartal wird die Produktionstätigkeit in drei Monaten eingeschätzt. „Trotzdem darf diese etwas positivere Einschätzung nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir einen konjunkturellen Absturz erleben, der in Ausmaß und Tempo beispiellos ist", sagt der IV NÖ Präsident. So fiel die Einschätzung der Geschäftslage im Saldo-Wert von -18 Prozent auf -43 Prozent. Damit melden - gewichtet nach Mitarbeiterzahlen - derzeit nur acht Prozent der Unternehmen eine gute oder gar steigende Geschäftslage. Wie drastisch der Einbruch ist, zeigt der Vergleich: Noch im September 2008 meldeten 54 Prozent der befragten Unternehmen eine gute Geschäftslage.

 

Arbeitsplätze sichern

Als Folge der negativen Entwicklungen des vergangenen halben Jahres werden die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt kritisch erwartet. 55 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem abnehmenden Beschäftigungsstand in den nächsten drei Monaten. „Gerade im wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Bereich erwarten wir sehr herausfordernde Monate. Es steht zu befürchten, dass die Folgen der Krise auf dem Arbeitsmarkt noch weit bis in das Jahr 2010 hinein reichen werden. Daher ist es gerade jetzt umso wichtiger, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen und dafür alle Möglichkeiten auszuloten", so Marihart. Niederösterreichs Landesregierung habe wie die Bundesregierung mit Konjunkturpaketen rasch und gut auf die wirtschaftlichen Turbulenzen reagiert. Im gesamtösterreichischen Vergleich stehe Niederösterreich immer noch relativ gut da, die antizyklische Fiskalpolitik auf Bundes- und Länderebene sei wichtig, um den negativen Schwung ein wenig abzufedern. Jetzt müsse überprüft werden, ob die Unterstützungsmaßnahmen für die Betriebe - ob Leitbetrieb oder KMU - ausreichend und praktikabel seien, um Unternehmen in der schwierigen Zeit zu stützen und damit Arbeitsplätze in Niederösterreich zu sichern. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Industrie wichtigster Wirtschaftsfaktor und damit bedeutender Arbeitgeber in unserem Bundesland ist", so der IV NÖ-Präsident.

 

Zur Befragungsmethode

An der aktuellen Konjunkturumfrage der IV NÖ beteiligten sich 42 Unternehmen der niederösterreichischen Industrie mit mehr als 16.000 Beschäftigten. Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt - ähnlich wie bei dem bekannten deutschen IFO-Konjunkturklimaindex - folgende Methode zur Anwendung: Den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible „Saldo" aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.

 








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